Spenge, 21. Juli 2009

Rundbrief Nr. 4 / 2009

Liebe Freundinnen und Freunde der Werburg!


Die Spenger Werburg wurde am letzten Juni-Sonntag von über 3.000 Besuchern belagert, die sehen wollten, wie es sich wohl hier im Mittelalter abgespielt haben könnte. Wie die neuesten archäologischen Funde beweisen, waren die Bewohner der Werburg durchaus in der Lage, sich zu verteidigen: Unzählige Armbrustspitzen und Kanonenkugeln aus Stein und Metall konnten geborgen werden und weisen auf ein Munitionslager hin. Noch nie wurde in Westfalen eine solche Menge von Armbrustspitzen gefunden.

Das Mittelalterfest war aber nicht nur ein Erfolg durch die hohe Zahl der Besucher, sondern es war auch wirtschaftlich sehr erfolgreich. So ist ein stolzer Betrag übriggeblieben, der Sanierung des Herrenhauses zu Gute kommt.

Besonders gefreut hat uns, dass die Besucher nicht nur aus Spenge und der näheren Umgebung kamen, nein, wie man von den Nummernschildern der zahlreichen Autos ablesen konnte, kamen die Besucher aus dem Osnabrücker- und Meller-Raum, aus den Kreisen Gütersloh und Minden, aus Bielefeld und Umgebung, aus Paderborn und einige von noch weiter her.

Es war ja auch unser Ziel, die Werburg über die Grenzen unserer Heimatstadt bekannt zu machen. Und das ist gelungen. Zumal man oft gehört hat: „Was hat Spenge doch hier für ein wunderbares Kleinod, und das in der nächsten Nähe!“

Der Werburg-Verein kann mit seinen Mitgliedern stolz auf das Erreichte sein. Viele Mitglieder und Freunde der Werburg haben mit ihrer Mitarbeit und ihren Tortenspenden zu diesem großen Erfolg beigetragen, dafür sagen wir an dieser Stelle ein recht herzliches Dankeschön.

Nun schauen wir nach vorn und warten auf den Beginn des nächsten Bauabschnittes. Die Gelder sind bewilligt, aber wir müssen noch auf die Zuweisung warten. Dann geht es aber wieder los mit der Sanierung des Herrenhauses. So bald der Startschuss fällt, werden wir Sie informieren und über Art und Umfang der Maßnahmen berichten. Dann können wir sicherlich auch erneut Bauhelfer gebrauchen, dürfen wir Sie dann ansprechen?

Als nächste Veranstaltung steht der gemeinsame Ausflug mit dem Gartenbauverein nach Höxter auf dem Programm. Am Sonntag, dem 02. August 09, starten wir um 9.30 Uhr an der Stadthalle. Zunächst besuchen wir den Adelshof. Der historische und unter Mitwirkung von Architektin Cornelia Lange restaurierte Adelshof Heisterman von Ziehlberg ist ein besonders gutes Beispiel für eine gelungene Sanierung und sinnvolle Nutzung. Bekanntlich ist Frau Lange ja auch die verantwortliche Architektin, die für die Sanierung des Werburger Herrenhauses zuständig ist.

Der in wesentlichen Teilen aus dem 16. Jahrhundert stammende renaissancezeitliche frühere Adelshof umfasst heute drei große Fachwerkgebäude, die durch ihre überkommene Gesamtheit und innere Ausstattung sowie die erhaltene große Pazelle einen überregional bedeutenden Denkmalwert besitzen.

Die Familie Heisterman war insgesamt rund 290 Jahre (bis 1871) im Besitz des Anwesens. 1556 erhielt Georg Kramer, der zunächst Sekretär und später Kanzler in Corvey war, den Hof für sich und seine Söhne. 1582 wurde dessen Sohn, Johann Heisterman, mit dem Hof belehnt. Erst 1652 jedoch wurde die Familie geadelt und trug fortan den Namen „Heisterman von Ziehlberg“.

Nach jahrzehntelangem Leerstand und drohendem Verlust der Gesamtanlage ist es gelungen, durch eine Komplettsanierung die Gebäude Nr. 35 und 37 wieder nutzbar zu machen. Das Gebäude Nr. 33 (Tillyhaus) wartet noch auf eine Sanierung. Neben Eigentumswohnungen beherbergt der frühere Adelshof heute das Forum Jacob Pins. Der international renommierte jüdische Künstler Jacob Pins hatte seiner Geburtsstadt Höxter viele seiner Werke überlassen, die hier dauerhaft ausgestellt werden. Zudem wurde auf Wunsch von Jacob Pins eine Dauerausstellung zur Geschichte und zum Schicksal der jüdischen Bevölkerung von Höxter eingerichtet.

Nach einem schmackhaften Mittagessen im traditionsreichen Wirtshaus Strullenkrug geht es weiter zum Schloss und Kloster Corvey.

Corvey ist ein einzigartiger Ort von Architektur, Kultur und Geschichte. Das fast 1200-jährige Westwerk, die barocke Abteikirche, die barocke Schlossanlage mit Kaisersaal, Kreuzgang und der bedeutenden fürstlichen Bibliothek mit über 70.000 Bänden, in der Hoffmann von Fallersleben als Bibliothekar wirkte, bilden ein Ensemble von unverwechselbarer kultureller und historischer Ausstrahlungskraft. Auch der Garten hat eine große Anziehungskraft auf jeden Gartenliebhaber.

Bevor die Rückfahrt nach Spenge angetreten wird, haben die Teilnehmer noch Gelegenheit, bei Kaffee und Kuchen zu klönen und diesen schönen Ausflug Revue passieren zu lassen.

Abfahrt: 9.30 Uhr ab Stadthalle Spenge
Anmeldung: bis Donnerstag, den 30. Juli 2009, bei der Buchhandlung Nottelmann
(Liste des Gartenbauvereins)

Am Donnerstag, dem 06. August 2009, findet dann der nächste Stammtisch in der Werburg-Scheune statt. Vielleicht können wir da schon etwas mehr zum Baubeginn sagen. Reizvoll dürfte es ferner sein, was Archäologe Dr. Werner Best noch zu berichten hat. Ob wohl schon wieder etwas Neues entdeckt wurde?

Beginn des Stammtisches – wie gewohnt – um 19.30 Uhr an der Werburg.

Nun wünschen wir Ihnen erholsame, fröhliche Sommertage und freuen uns, wenn wir Sie bei unseren Veranstaltungen begrüßen können.

Mit freundlichen Grüßen

Werburg Spenge e.V.

Der Vorstand


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